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  • Widerstand gegen den Hauskauf des Landhauses "Gerhus" durch Jürgen Rieger in Faßberg 2009
  • Widerstand gegen Nazitreffen auf dem Hof von Landwirt Joachim Nahtz in Eschede 2011

Willkommen auf unserer Webseite

© Rido - Fotolia.comWir stellen uns vor

Das Celler Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus existiert seit dem Jahr 2000.

Anlass der Gründung waren u. a. die zunehmenden Aktivitäten der in Celle bis heute bestehenden Nazi-Kameradschaft, eine der aktivsten Neonazi-Kameradschaften Niedersachsens. Das Forum setzt sich zusammen aus interessierten Vertreterinnen und Vertretern diverser Organisationen (DGB, SPD, Die Grünen, Die Linke, Buntes Haus, Arbeitskreis Ausländer, VVN-BdA, usw.) sowie Einzelpersonen. Weiterlesen »


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Stellungnahme zu den Ereignissen und der Berichterstattung anlässlich des NPD Aufmarschs

Geschrieben von: Celler Forum am .

Eschede, 20.06.2020

am 20.06.2020 fand eine von uns angemeldete Demonstration in Eschede gegen das Treiben auf dem NPD-Hof statt.

Schon am Vormittag, als die Nazis von der JN ihren Aufmarsch durch Eschede durchführten, fanden von Nazigegner*innen Blockade- und Störaktionen gegen diesen Aufmarsch statt. Daran nahmen bis zu 350 Menschen teil. Die Aktionen waren erfolgreich: die Nazireden gingen im Lärm unter, ihre Demonstrationsroute war deutlich verkürzt und sie müssten eigentlich gemerkt haben, dass niemand daran interessiert ist, ihrer Hetze zuzuhören.
Auch Escheder riefen der Polizei entgegen „Hört auf“, als diese mit unnötiger Härte gegen diejenigen vorging, die die Nazidemonstration blockierten.

An der Demonstration zum NPD-Hof nahmen ebenfalls ca. 350 Menschen teil. Es wurden mehrere Reden gehalten, die sich mit der extremen Rechten und Rassismus beschäftigten. Auch sehr persönliche Ansprachen waren dabei. So wurde an unseren Freund und Mitstreiter Klaus Jordan gedacht, der vor einem viertel Jahr verstorben ist. Ebenso wurden an Arkan Hussein Khalaf erinnert, der im April dieses Jahres in Celle ermordet wurde. Besonders kritisiert wurde, dass unmittelbar nach der Tat sofort ausgeschlossen wurde, dass es sich um eine rechts motivierte Tat handeln würde. Das wurde dann zwar später revidiert, aber erst nachdem Journalist*innen recherchiert hatten und Indizien für einen Neonazistischen Hintergrund lieferten. Es sprachen der Intendant des Celler Schlosstheaters, Andreas Döring, Klaus Burckhardt, pensionierter Pastor und Mitstreiter gegen das Nazizentrum in Hetendorf in den 1990er Jahren, Anna Jander und Wilfried Manneke vom Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus, Yilmaz Kaba von Die Linke, Kirsten Lühmann, SPD, Dirk Gerlach von Die Partei und Dirk Garvels vom Celler Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus.

An beiden Aktionen waren Menschen aus Norddeutschland, darunter viele  aus dem Landkreis Celle und auch aus dem Ort Eschede beteiligt.

Die von uns angemeldete Demo richtete sich gegen das Treiben auf dem NPD Hof. Der NPD wurde von höchstrichterlicher Seite Verfassungsfeindlichkeit attestiert.

Das Datum für unsere Demonstration war mit Bedacht gewählt: Die Sonnenwende wird seit Jahren auf dem NPD-Hof bei Joachim Nahtz gefeiert und dieses Treffen genutzt zur Vernetzung, innerer Stärkung und Indoktrination von Kindern und Jugendlichen.

Seit die NPD sich nicht mehr nur auf diesen Hof zurückzieht sondern ihre nazistischen Inhalte in das Dorf Eschede tragen will, in Form von Kleinstdemonstrationen, wehrt sich auch ein großer Teil der Dorfgesellschaft in Eschede.

So war es auch am vergangenen Samstag. Viele Escheder haben an den Protesten im Ortsinneren teilgenommen und ebenfalls an der Demonstration zum NPD-Hof.

In der Celleschen Zeitung vom 22.06.2020 wurden die Aktionen gegeneinander gestellt: Im Dorf die direkten Auseinandersetzungen mit den Nazis, vor dem NPD-Hof die „Friedliche Demonstration“. Das suggeriert, dass die Aktionen gegeneinander stehen würden.

Dazu sagen wir klar und deutlich: Die beiden Aktionen beziehen sich aufeinander und haben das selbe Ziel, nämlich „Kein Fussbreit den Faschisten“.

Beide Aktionen hatten ihre Berechtigung. Im Ort wurde versucht zu unterbinden, dass die Nazis ihre faschistische Propaganda verbreiten können. Auch wenn die Nazidemo mit 9 Teilnehmenden erwartungsgemäß klein war, so ist es dennoch richtig, dagegen vorzugehen. Bei der Demonstration am Nachmittag vor dem NPD-Hof wurde auf die Bedeutung des NPD-Hofs für die Naziszene hingewiesen und den dort anwesenden Alt- und Neonazis deutlich gemacht, dass sie nicht unbeobachtet machen können, was sie wollen.

Bei beiden Aktionen waren so viele Menschen, dass es nicht notwendig war, eine der Aktionen abzubrechen um die andere zu unterstützen. Das war gut so und wir, das Celler Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus, bewerten die Aktionen vom vergangenen Samstag, die unmittelbar zusammengehören, als Erfolg. Wie verwehren uns gegen den Versuch einer Spaltung.

Wir wollen verdeutlichen, dass beide sich aufeinander beziehenden Aktionen richtig und wichtig sind. Argumente dafür, dass es richtig ist Nazipropaganda zu verhindern, lieferte Weigler, der Sprecher der Nazidemo selber. Er bestand darauf mit seinen acht „Kameraden“ zu einem bestimmten Ort zu gelangen. Um das durchzusetzen forderte er die Polizei auf, den Kreuzungsbereich notfalls mit  Waffengewalt zu räumen. Damit hat sich der Nazi Weigler eindeutig für alle Zeit als Demonstrationsleiter und -anmelder jeglicher Art von Versammlungen disqualifiziert. Er nannte Namen von Eschedern, die er dafür verantwortlich machte, dass der Naziaufmarsch blockiert wurde, er bezeichnete Journalist*innen als Handlanger “linker Verbrecherbanden“. Er drohte damit, dass Eschede weiterhin mit Nazipropaganda zu rechnen hat, wenn die Demonstrationen zum NPD-Hof nicht aufhören und Eschede nicht zu einer Koexistenz mit ihnen bereit ist. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: „Koexistenz mit Nazi“. So etwas wird es mit uns nie geben!

Die Worte Weiglers, nämlich, dass die NPD Eschede unter Druck setzen will, die Demonstrationen nicht mehr bis zum NPD-Hof durchzuführen, machen mehr als deutlich, wie richtig und wichtig auch die Demonstration zum NPD-Hof am 20.06.2020 in Eschede war. Ein weiterer Beleg für die Notwendigkeit dieser Demonstration ist, dass dort wieder mindesten 15 Nazis während unserer Demonstration anwesend waren. Weitere reisten noch an, nachdem wir unsere Versammlung beendeten. Es ist zu befürchten, dass die Nazis ihr angeblich abgesagtes Sonnwendfest trotz Corona Auflagen durchführten. Nach unseren Kenntnissen waren abends über 20 Personen auf dem NPD-Hof und soweit wir wissen, wurden keine Kontrollen bezüglich Corona Maßnahmen dort durchgeführt.

Wir werden nicht locker lassen. Die Reaktionen der Nazis zeigen, dass unsere gemeinsamen Aktionen im Dorf und vor ihrem Gelände Wirkung zeigen: sie sind genervt und nicht mehr unbeobachtet. Ihnen ist deutlich gemacht worden, dass sie und ihre Propaganda unerwünscht sind – in Eschede und überall.

Celler Froum gegen Gewalt und Rechtsextremismus











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Demonstration gegen die Nazitreffen

Geschrieben von: Celler Forum am .

Am 20.06.2020 findet eine Demonstration gegen die Nazitreffen in Eschede statt. Sie ist angemeldet vom Celler Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus und vom DGB N-O Niedersachsen und organisiert von den Gruppen, die im Netzwerk Südheide gegen Rechtsextremismus vertreten sind.

Start der Demonstration ist um 13:00 Uhr in Eschede nördlich des Bahnhofs. Dann geht es zur Kreuzung Am Finkenberg / Zum Dornbusch. Wo eine Zwischenkundgebung stattfindet. Dann geht es weiter zum NPD-Hof. Dort findet eine weitere Kundgebung statt, anschließend führt die Route wieder zurück zur Kreuzung Am Finkenberg / Zum Dornbusch, und von dort zum Bahnhof, hier endet die Versammlung.

Zeitgleich findet ab 13.30 Uhr eine Standkundgebung an der Kreuzung Zum Finkenberg / Im Dornbusch statt. Diese Kundgebung ist eine Ergänzung zu der Demonstration. Sie ist ein Angebot an diejenigen, für die der Weg zum Hof des NPD-Landesverbands Niedersachsen, Zum Finkenberg 1, zu beschwerlich ist.

Auf Grund der Corona-Situation wird es keinen Kaffeewagen und keine Sitzgelegenheiten geben. Es wäre kaum möglich auf den Bierzeltgarnituren die Abstandregeln einzuhalten.

Alle, die lieber sitzen statt stehen möchten werden gebeten, sich Stühle mitzubringen. Kaffee wird aus Kannen angeboten, aus Hygienegründen werden alle gebeten, sich Tassen / Becher mitzubringen.

Weiterhin bitten wir darum, dass Ihr Mund/Nasen Masken mitbringt und diese auch tragt, wenn es erforderlich ist. Achtet auch auf die Abstandsregelungen.


Seit Jahren demonstrieren wir gegen die Vorgänge auf dem abgelegenen Hof, der seit über 25 Jahren Treffpunkt für die rechte Szene ist, von NPD bis Kameradschaften, von NPD-Landesparteitag bis Neonazikonzerte. Kinder und Jugendliche nehmen an den sogenannten „Brauchtumsfeiern“ teil. Diese „Brauchtumsfeiern“ finden dreimal im Jahr statt, sie dienen der Vernetzung und der Stärkung nach innen. Es wird das neonazistische Lebensgefühl ausgelebt. Dieser Indoktrination sind seit Jahren Kinder und Jugendliche ausgesetzt, ohne dass von den zuständigen Behörden eingegriffen wird.

Seit letztem Jahr ist ordentlich Bewegung in den Widerstand gegen die Nazitreffen gekommen. Es fing mit dem Verkauf des Gehöfts an den niedersächsischen NPD-Landesverband an, der klammheimlich über die Bühne ging, so dass nicht nur diejenigen empört waren, die seit Jahren auf die Gefahren der Nazis, die sich in Eschede treffen, hinweisen, sondern auch ein Teil der Escheder Anwohner*innen. Dass nun der Hof nicht mehr dem mehr oder weniger akzeptierten Mitbewohner Joachim Nahtz gehört sondern der NPD und dass die Anwohner*innen davon aus der Presse erfahren mussten und nicht von Verwaltung und/oder Gemeinderat darüber informiert wurden, stieß auf Unverständnis und große Verärgerung.

Wir, die Organisator*innen der Demonstrationen gegen die „Brauchtumsfeiern“ waren schon lange mehr als unzufrieden damit, dass wir unseren Protest nicht an dem Ort des Geschehens, also direkt vor dem Hof äußern konnten. Die Auflagen des Landkreises ließen dass bisher nie zu. Doch nun war eine Grenze überschritten, der Hof gehört nicht mehr einer Privatperson und so wurde endlich mal gerichtlich geklärt, dass es unser gutes Recht ist unseren Protest in Sicht- und Hörweite des Hofes zu äußern.

So konnten wir, die Demonstrierenden gegen das Nazitreffen, das sich „Erntedankfest“ nannte und ein Treffen von NPD, ihrer Jugendorganisation Junge Nationalisten (JN) und den rechtsextremistischen "Düütschen Deerns" war, direkt vor dem Hof unsere Kundgebung abhalten.

Vor der Winterdemonstration 2019 entwickelte sich in Eschede eine neue Welle der Empörung. Anlass war, dass die NPD ankündigte am Tag der antifaschistischen Demonstration ebenfalls eine Demo durchzuführen. Unter dem Motto „Eschede verteidigen“ wollten sie mit Lautsprecherwagen und Feuertöpfen durch das Dorf ziehen. Diese Ankündigung führte dazu, dass sich Escheder Anwohner*innen zum einen in wesentlich größerer Anzahl als jemals zuvor an unserer Demonstration gegen die Nazitreffen beteiligten und zusätzlich eigene Aktionen durchführten. Die Demonstration mit 650 Menschen und die spontanen Aktionen davor konnten letztlich den Miniaufzug der JN mit 10 Personen verhindern.

Ungefähr zu dieser Zeit gründete sich eine neue Antifagruppe, die sich mit den Vorgängen in Eschede beschäftigt, gute Recherchearbeit macht und diese in einem blog veröffentlicht (https://eschedenazifrei.noblogs.org/).

Dann war erst einmal wieder Ruhe, doch im März dieses Jahres kündigte die NPD an in Eschede neun Demonstrationen durchführen zu wollen. Das wiederrum führte dazu, dass sich der Escheder Arbeitskreis neu aufstellte. Er heißt jetzt Bündnis gegen Rechtsextremismus und hat sich vorgenommen, den von der NPD angemeldeten Demonstrationen durch Eschede etwas entgegen zu stellen.

Der 13.06.2020 ist das erste Datum, für das die NPD eine Demonstration durch Eschede angekündigt hat. Der Escheder Kreis will den Nazis eine „bunte Überraschung“ entgegensetzen. Es lädt außerdem öffentlich für 14.00 Uhr am Bahnhof zu einem Spaziergang durch den Ort ein. Um 17.00 Uhr soll zudem eine Abschlusskundgebung vor dem Rathaus stattfinden.

Flyer: