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  • Widerstand gegen den Hauskauf des Landhauses "Gerhus" durch Jürgen Rieger in Faßberg 2009
  • Widerstand gegen Nazitreffen auf dem Hof von Landwirt Joachim Nahtz in Eschede 2011

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© Rido - Fotolia.comWir stellen uns vor

Das Celler Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus existiert seit dem Jahr 2000.

Anlass der Gründung waren u. a. die zunehmenden Aktivitäten der in Celle bis heute bestehenden Nazi-Kameradschaft, eine der aktivsten Neonazi-Kameradschaften Niedersachsens. Das Forum setzt sich zusammen aus interessierten Vertreterinnen und Vertretern diverser Organisationen (DGB, SPD, Die Grünen, Die Linke, Buntes Haus, Arbeitskreis Ausländer, VVN-BdA, usw.) sowie Einzelpersonen. Weiterlesen »


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Kundgebung gegen Nazitreffen, Eschede 29.09.2018

Geschrieben von: Celler Forum am .

Schluss mit den Nazitreffen


Am 29.09.2018 werden wir in Eschede gegen die Nazitreffen auf dem Hof Nahtz demonstrieren.

Inhaltlich wollen wir die Veranstaltung mit dem Thema Geflüchtete und Asylsuchende füllen, weil wir uns fragen, ob die Willkommenskultur ein Ende hat und die Hetze der „besorgten Bürger“ diejenigen, die um WählerInnenstimmen fürchten, immer offener nach rechts bewegt. Die einen hetzen, die anderen wollen die „besorgten“ Bürger nicht den rechten Hetzern überlassen und hetzen selber.
Es ist völlig unverständlich, warum rechte Sprüche und rassistisches Denken und Handeln besser sein soll, wenn es nicht von Rechtspopulisten oder Neonazis kommt sondern von den „Etablierten“. Das Gegenteil ist der Fall.

Worte wie z.B. „Anti-Abschiebe-Industrie“ (CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt im Mai dieses Jahr) legitimieren die Rassisten immer offener rassistisch zu reden und zu handeln. Eine völlige Enthemmung der Sprache ist die Folge und vielerorts zu beobachten. Das Ganze ist eine Spirale der Ausgrenzung, Unmenschlichkeit und des Rassismus.

Und dann gibt es diejenigen, die sich durch dieses rassistische Klima legitimiert sehen, nach dem Motto „Taten statt Worte“ den vermeintlichen Volkswillen zu vollstrecken: Neonazis und andere Rechte haben nach vorläufigen Erkenntnissen der Polizei in den ersten vier Monaten 2018 bereits 3714 Straftaten begangen, darunter 174 Gewaltdelikte. (https://www.zeit.de/news/2018-06/18/statistik-ueber-neue-todesopfer-rechter-gewalt-180618-99-765606, 18.06.2018)

Wir müssen gar nicht nur nach Chemnitz schauen oder Äußerungen des „Heimatministers“ anprangern, da reicht leider schon ein Blick in die hiesige Zeitung, um dieses System zu beobachten.

Auf eine Anfrage der AfD antwortet die Celler Verwaltung mit einer Ausführlichkeit, die gar nicht nachgefragt war und daher wohl ein Eigeninteresse der Verwaltung angenommen werden muss. Auf die Frage der AfD, wie die Stadtverwaltung die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Celle und den zuständigen Landesbehörden bei der „Abschiebung der ausreisepflichtigen Zuwanderer“ beurteilen würde, kam die Antwort: „Die Zusammenarbeit bei Abschiebungen der Ausländerbehörde der Stadt Celle läuft grundsätzlich einwandfrei“.

Damit wäre die vierte und letzte Frage beantwortet. Aber nein, es wird dann noch seitenweise dargestellt, wie und warum Abschiebungen verhindert würden. Da ist offen von renitentem Verhalten die Rede oder auch davon, dass Menschen die abgeschoben werden sollen, Herzattacken, Anfälle o.Ä. „vorzuspielen scheinen“. Und zwischen den Zeilen ist zu lesen, dass der Verwaltung auch die anderen legalen Abschiebhindernisse und Hilfen für Geflüchtete, ihre Rechte in Anspruch zu nehmen, ein Dorn im Auge sind, seien es Rechtsanwälte, Beratungsstellen, die Psychiatrisch-Psychosomatische Klinik, die Tatsache, dass es Ehegatten oder Kinder mit deutscher Staatsangehörigkeit gibt, die Härtefallkommission oder Eingaben beim nieders. Landtag.

Die Cellesche Zeitung, namentlich Michael Ende, hat gut zwischen den Zeilen gelesen und das, was er dort fand in aller Härte formuliert. „Fachgutachten des renommierten „Traumazentrums des Klinikums Wahrendorff“ erklärt CZ-Kommentator Michael Ende mal kurz zu „medizinischen Gefälligkeitsgutachten“, auch wenn sie laut der Stadt Celle „nur in den wenigsten Fällen als ‚unzureichend‘ beurteilt werden“ könnten. Ergänzt wird diese Hetze mit einer Auflistung der für die Behandlung und Versorgung kranker Flüchtlinge angefallenen Kosten, die „die Haushalte belasten“. Aus der schlichten Tatsache, dass Angehörige deutscher Staatsangehöriger nicht abgeschoben werden dürfen, mache die Cellesche Zeitung ohne Nennung irgendwelcher Indizien oder Fakten kurzerhand ein „Scheinehen“ – Problem.“ So der niedersächsische Flüchtlingsrat in seiner PM vom 10.09.2018.

„Wehret den Anfängen“, dafür ist es zu spät.

Aber lasst uns dafür sorgen, das rassistische Hetze nicht widerspruchslos hingenommen wird und dass das Tun sowohl der „Schreibtischtäter“ als auch derjenigen, die rassistische Übergriffe verüben deutlich verurteilt wird, und nicht verständnisvoll als die „berechtigten Sorgen der Bürger“ betrachtet werden. Lasst uns immer wieder auf das Tun von Neonazis und Rassisten hinweisen und vehement dagegenhalten.

Am 29.09.2018 findet in Hamburg eine antirassistische Parade statt. Viele werden dahingefahren, um gegen Rassismus aufzustehen.

Aus dem Aufruf für Hamburg:

„Gegen die Lügen!
Die Geschichten, die uns jeden Tag verkündet werden, sind nicht zu ertragen. Sie sind eine Beleidigung und sie sind gelogen. Es wird gesagt, das Problem sind Geflüchtete, während sie im Mittelmeer ertrinken. Es wird gesagt, dass die Grenzen der Integrationsfähigkeit erreicht sind, während ein rassistischer Mob völlig ungeniert im Bundestag und auf der Straße tobt. Es wird ausgerechnet, dass die „Kosten der Integration“ steigen, während uns Sprachkurse und Arbeit verweigert und Unsummen für Abschiebebürokratie und Schikanen ausgegeben werden. Es wird von Gewalt geredet – und währenddessen werden Kinder aus ihren Betten und Schulklassen entführt, um sie in völlig fremde Länder abzuschieben.“
Gemeinsam, egal ob in Hamburg, in Berlin oder in dem kleinen Eschede stehen wir für das, was im Hamburger Aufruf formuliert ist:
„Mit Lautsprecherwägen, Performances, Texten, Musik und Karneval verjagen wir die Kälte, den Rassismus, die Herzlosigkeit aus den Straßen der Stadt. Gemeinsam zeichnen wir ein Bild auf der Straße: das Bild unserer Freundschaft, das Bild eines solidarischen, vielfältigen und angstfreien Lebens. Wenn wir uns bewegen, bewegt sich die Welt!..."

Auch in Eschede werden wir am 29.09.2018 demonstrieren, gegen Rassismus und gegen die Nazitreffen auf dem Hof Nahtz.
Die Kundgebung findet an der Kreuzung Am Dornbusch / Zum Finkenberg statt und beginnt um 14.00 Uhr.

- Schluss mit den Nazitreffen! -

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We'll come united

Geschrieben von: Celler Forum am .

GEGEN ABSCHIEBUNG, AUSGRENZUNG UND RECHTE HETZE –
FÜR BEWEGUNGSFREIHEIT UND GLEICHE RECHTE FÜR ALLE!


Der 29. September 2018 ist schon jetzt der schönste Tag des Jahres. Er wird unser Tag. Wir sind viele, wir sind verschieden und wir kämpfen jeden Tag vor unserer Haustür. Im September kommen wir alle zusammen. Wir kommen nach Hamburg, mit Autos, Zügen und Bussen. Aus Dörfern und Städten, aus Lagern und Camps, von Willkommensinitiativen und Hilfsorganisationen, von Baustellen, Schulen und Unis. Mit Lautsprecherwägen, Performances, Texten, Musik und Karneval verjagen wir die Kälte, den Rassismus, die Herzlosigkeit aus den Straßen der Stadt. Gemeinsam zeichnen wir ein Bild auf der Straße: das Bild unserer Freundschaft, das Bild eines solidarischen, vielfältigen und angstfreien Lebens. Wenn wir uns bewegen, bewegt sich die Welt!

Aufruf zur antirassistischen Parade in Hamburg,
29. September 2018


UNITED AGAINST RACISM

Gegen die Lügen!

Die Geschichten, die uns jeden Tag verkündet werden, sind nicht zu ertragen. Sie sind eine Beleidigung und sie sind gelogen. Es wird gesagt, das Problem sind Geflüchtete, während sie im Mittelmeer ertrinken. Es wird gesagt, dass die Grenzen der Integrationsfähigkeit erreicht sind, während ein rassistischer Mob völlig ungeniert im Bundestag und auf der Straße tobt. Es wird ausgerechnet, dass die „Kosten der Integration“ steigen, während uns Sprachkurse und Arbeit verweigert und Unsummen für Abschiebebürokratie und Schikanen ausgegeben werden. Es wird von Gewalt geredet – und währenddessen werden Kinder aus ihren Betten und Schulklassen entführt, um sie in völlig fremde Länder abzuschieben.

Es ist leicht uns zu beschimpfen und auszuschließen, denn viele von uns sind sowieso ganz unten. Wir sind vor Krieg, Hunger, Armut und Elend geflohen. Viele von uns kamen, weil der globale Kapitalismus unsere Leben zerstört hat. Unsere Familien dürfen nicht kommen, weil unsere Liebe und unsere Sehnsucht hier nichts bedeuten. Die Regierung will die Grenzen schließen und uns in neue Lager stecken. Wir wollen ganz sicher kein Mitleid, wir sind Menschen, keine Opfer. Aber wir sagen: Hier zeigt sich, wie demokratisch diese Demokratie ist. Nicht die Boote auf dem Mittelmeer sind eine Gefahr für uns alle, sondern der in ganz Europa tobende und mordende Rassismus.

Das Problem heißt Rassismus!


Im Jahr 2017 sind über 3.000 Menschen auf dem Mittelmeer gestorben oder verschwunden, weil sie Europa erreichen wollten. Ihr Tod war nur eine Kurznachricht wert. Die Namen der Toten bleiben ungenannt. In Deutschland wurden im gleichen Zeitraum 2.200 Angriffe auf Unterkünfte von Geflüchteten gezählt. 180 Mal wurden solidarische Helfer*innen angegriffen. 950 Mal traf es Muslime und muslimische Einrichtungen. 1.453 antisemitische Straftaten wurden registriert. Über 5,5 Millionen Wahlberechtigte wählten bei der letzten Bundestagswahl die offen rassistische AfD. Und wir haben den NSU noch lange nicht vergessen, der jahrelang unbehelligt morden konnte.

Daran denken wir, wenn gesagt wird, Deutschland werde immer gefährlicher. Denn mal ehrlich: Wer sitzt in den Unterkünften und hört, wenn nachts die Scheiben klirren? Wer wird auf der Ausländerbehörde schikaniert? Wer wird in illegalen Jobs und in unbezahlten Praktika ausgebeutet? Wer putzt die Teller, die Toiletten und die Eigenheime? Wer lebt und arbeitet seit Jahrzehnten hier und bleibt doch immer nur „Gast“? Nein, für uns geht keine heile Welt unter, weil die AfD jetzt mit 13% im Bundestag sitzt.

Die Wahrheit geht anders!

Wir stehen jetzt auf. Erneut und nicht zum letzten Mal. Gegen diesen rassistischen Irrsinn, gegen diese verdrehte Welt, gegen diese herzlose Heimat, gegen die eingemauerte Gemeinschaft, gegen die Politik der Ausgrenzung. Wir trennen uns nicht und lassen uns nicht spalten. Ob „Deutscher“ oder „Ausländer“, ob „Flüchtling“ oder „Sachse“, ob aus Dortmund oder Damaskus, ob aus Afrin oder Athen, ob aus Kabul oder Kassel: Das ist uns schon lange egal. Es geht um uns alle. Es geht darum, wie und in welcher Gesellschaft wir miteinander leben wollen.

Wir haben längst angefangen, eine andere Welt zu bauen. Wir haben bei uns begonnen. Unsere Türen stehen offen. Egal woher wir kommen, wir kennen einander, wir haben unsere Telefonnummern, wir sind lebendige Anlaufstellen, sind alle längst Expert*innen und Freund*innen geworden. Mit jeder gemeinsam erledigten Aufgabe und durch gegenseitige Hilfe sammeln wir neue Stärke. Ob bei der Behörde, auf dem Rettungsboot im Mittelmeer, beim Jobcenter, bei der Wohnungsbesichtigung oder in der Schule. Wir werden nicht aufhören, alte und neue Machtstrukturen und das weltweite System des Kolonialismus zu bekämpfen. Wir verteidigen unsere Körper und unsere Würde – gegen Sexismus, Rassismus und jede Art von Gewalt!

Grenzen einreißen!

Was wir miteinander erleben, ist wichtig und groß. „Welcome United“ in Berlin im September 2017 war ein Fest und ein Anfang. Wir haben für unsere Stimme und unsere Rechte demonstriert, aber viel wichtiger noch – wir haben uns selbst neu gefunden: Wer und wie viele wir sein können. Und wir haben gezeigt, dass wir Städte und Viertel, unsere Freund*innen und Nachbarn, Grenzen und Horizonte bewegen können. Lasst uns weitermachen und neu beginnen. Keine Angst mehr. Keine Schreckstarre. Kein Alleinsein. Keine Unterwürfigkeit. Wir gehen auf die Straße, weil wir eine Zukunft wollen. Eine Zukunft für alle.

Darum wollen wir uns wieder versammeln: zu einer großen Parade des Antirassismus und der Solidarität in Hamburg. Es mag die Zeit des Egoismus, der Kälte und des Rassismus sein. Es mag schönere Zeiten geben, aber diese ist unsere. Das, was jetzt passieren muss, hat längst begonnen. Wir sind viele – und viel mehr, als wir denken.

Wir rufen auf zur bundesweiten Demonstration am 29. September in Hamburg.

Kommt alle zur Parade für Teilhabe, gleiche Rechte und Solidarität

We’ll Come United!

sh.: https://www.welcome-united.org/de/well-come-united/