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  • Widerstand gegen den Hauskauf des Landhauses "Gerhus" durch Jürgen Rieger in Faßberg 2009
  • Widerstand gegen Nazitreffen auf dem Hof von Landwirt Joachim Nahtz in Eschede 2011

Willkommen auf unserer Webseite

© Rido - Fotolia.comWir stellen uns vor

Das Celler Forum gegen Gewalt und Rechtsextremismus existiert seit dem Jahr 2000.

Anlass der Gründung waren u. a. die zunehmenden Aktivitäten der in Celle bis heute bestehenden Nazi-Kameradschaft, eine der aktivsten Neonazi-Kameradschaften Niedersachsens. Das Forum setzt sich zusammen aus interessierten Vertreterinnen und Vertretern diverser Organisationen (DGB, SPD, Die Grünen, Die Linke, Buntes Haus, Arbeitskreis Ausländer, VVN-BdA, usw.) sowie Einzelpersonen. Weiterlesen »


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Demonstration 26.09.2020

Geschrieben von: Celler Forum am .


Gegen die Nazitreffen in Eschede

Zwischenkundgebung in Sicht- und Hörweite des Gehöfts des NPD-Landesverbands

Ein unmoralisches Angebot

Unsere Aktionen gegen die Nazitreffen auf dem NPD-Hof nerven die Nazis, sie finden es „frech“, dass wir direkt vor dem Hof demonstrieren. Sowohl bereits am 20.06.2020 als auch in ihrem Flyer, den sie im August in Eschede verteilt haben machten sie das „Angebot“ sich auf den Hof zurückzuziehen, also nicht mehr im Dorf zu agieren, wenn unsere Demonstrationen nicht mehr bis zum Hof führen würden.

Sebastian Weigler von der NPD aus Braunschweig, Anmelder und Redner am 20.06.2020, drohte damit, dass Eschede weiterhin mit Nazipropaganda zu rechnen habe, wenn die Demonstrationen zum NPD-Hof nicht aufhören und Eschede nicht zu einer Koexistenz mit ihnen bereit ist. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: „Koexistenz mit Nazi“. So etwas wird es mit uns nie geben!

Dann wäre alles, wie es 30 Jahre lang war: die Nazis machen was sie wollen und im Dorf ist Ruhe. Aber diese Ruhe ist vorbei. Auch in Eschede regt sich vermehrt Widerstand gegen die Schulungs- und Vernetzungstreffen der Nazis auf dem NPD-Hof, die verharmlosend als Brauchtumsfeiern bezeichnet werden. Es war unser erklärtes Ziel den Nazis ihre Ruhe zu nehmen, das ist gemeinsam gelungen. Nun lautet folgerichtig unser nächstes Ziel „Schluss mit den Nazitreffen“, denn

Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!          
Schluss mit den Nazitreffen!


Treffen und Auftakt: 13.00 Uhr Bahnhof Eschede, Rondell Nordseite, Hermannsburger Straße

Demonstration vom Bahnhof Eschede auf der Hermannsburger Straße zur Kreuzung Hermannsburger Straße / Zum Finkenberg / Am Dornbusch, dort Zwischenkundgebung

Demonstration von der Kreuzung Hermannsburger Straße / Zum Finkenberg / Im Dornbusch auf der Straße Zum Finkenberg bis etwa 150 Meter nördlich des Gebäudes des NPD-Landesverbandes Niedersachsen, Zum Finkenberg 1 in Eschede, dort Zwischenkundgebung:

Demonstration zurück zur  Kreuzung Hermannsburger Straße / Zum Finkenberg / Im Dornbusch, dort Zwischenkundgebung

Demonstration zurück zum Bahnhof, dort Abschluss und Ende der Versammlung: ca. 18.00 Uhr

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Gedenken an Peter Deutschmann, 10.08.2020

Geschrieben von: Celler Forum am .

Montag, 10.08.2020, 18.00 Uhr, Eschede, An der Kirche


Heute vor 21 Jahren starb Peter Deutschmann. Er wurde in Eschede von Escheder Neonazis getötet.

Am 09.08.1999 wurde Peter Deutschmann von zwei Escheder Neonazis in seiner Wohnung überfallen und so misshandelt, dass er am folgenden Tag an den Folgen verstarb.
Peter Deutschmann hatte sich damals verbal gegen das „Skinhead-Getue“ der beiden Escheder Neonazis Marco Siedbürger und Johannes Kneifel zur Wehr gesetzt. Das reichte aus, um dafür totgeschlagen zu werden!
Aus Wut über die Kritik an ihrem neonazistischen Gehabe verschafften sich die beiden Täter Zutritt zu Peter Deutschmanns Wohnung, traten und schlugen auf den 44-Jährigen ein, misshandelten ihn mit Glasscherben. Sie zertrümmerten seinen Kehlkopf und fügten ihm zahllose Schlag- und Schnittverletzungen zu. Um zu verhindern, dass Peter Deutschmann Hilfe holt, zerstörten sie das Telefon. Dann verschwanden sie und ließen das Opfer stark blutend und schwer verletzt zurück. Als Nachbarn Stunden später die Hilferufe hörten, kam jede Rettung zu spät. Peter Deutschmann starb im Krankenhaus an seinen schweren Verletzungen. Das Landgericht Lüneburg verurteilte im Januar 2000 beide Täter wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung mit Todesfolge zu einer fünfjährigen Jugendstrafe; einen politischen Hintergrund wollte es nicht erkennen.
Die Bunderegierung bestätigte einen Monat später, im Februar 2000, dass es sich bei der Tötung von Peter Deutschmann um ein vollendetes Tötungsdelikt mit fremdenfeindlicher Motivation handelte.
Aber auch an alle anderen Opfer rechter Gewalt möchten wir erinnern, seit 1990 sind es 208 Todesopfer rechter Gewalt laut Amadeu Antonio Stiftung, die namentlich genannt sind und wir möchten auch an die namentlich nicht genannten Oper rechter Gewalt erinnern. Sie wurden erschlagen, erstochen, erschossen.

Wir wollen am 10.08.2018 Peter Deutschmann gedenken und gleichzeitig darauf aufmerksam machen, dass Neonazis immer noch Menschen bedrohen, verprügeln und töten. Wir wollen, dass Menschen hinschauen, wenn sich menschenverachtendes Reden und Handeln breit macht und Fremdenfeindlichkeit als wirkliche Probleme erkannt und nicht kleingeredet werden.
Eschedes Probleme mit Neonazis sind nicht dadurch gelöst, dass nach jahrelangem Ringen hier nun ein Gedenkstein für Peter Deutschmann errichtet wurde.

Da gibt es noch den Nazi Hof am Ortsrand. Jahrelang wurde auch dort das Treiben geduldet. Doch letztes Jahr wurde der Hof an den NPD-Landesverband Niedersachsen verkauft. Niemand will dafür verantwortlich sein, die Schuld wird zwischen Gemeinde, Landkreis und Land Niedersachsen hin- und her geschoben.

Jetzt macht die NPD in Eschede mobil. 9 Veranstaltungen hat sie für dieses Jahr angemeldet. Und warum? Weil die Nazis genervt davon sind, dass die antifaschistischen Demonstrationen direkt bis vor ihren Hof führen. Sie würden weiterhin im Ort Aktionen machen, wenn das nicht aufhört und Eschede nicht zu einer Koexistenz mit den Nazis bereit wäre. Ich hoffe, nein ich erwarte, dass Eschede niemals wieder zu einer Koexistenz mit Nazis bereit ist, wie sie faktisch leider jahrelang bestand.

Nun hat die Gemeinde Eschede eine Resolution verfasst, die sich in erster Linie gegen die NPD richtet, in der sie es sich aber auch nicht verkneifen konnten mehr oder weniger subtil rechts und links wieder einmal gleichzusetzen, Eschede wäre kein Spielplatz der Extremisten. Das ist kein Spiel, Neonazis sind eine reale Gefahr.

Weiter werden in der Resolution Bund, Land und zuständige Behörden aufgefordert, die Naziaktivitäten zu unterbinden, und es wird darum gebeten, dass neu gegründete Bündnis gegen rechts in Eschede zu unterstützen.

Gerne hätten wir auch gelesen, was der Gemeinderat Eschede selber tun möchte, außer von andern zu fordern.

Jede und jeder kann dazu beitragen, Neonazis etwas entgegen zu setzen. Es ist eine Frage der Haltung.  Die Gleichwertigkeit aller Menschen, egal ob eine*r der Honoratioren oder ein sogenanntes „Dorforiginal“ muss uns selbstverständlich sein. Und dies nicht nur mit Worten, diese Werte müssen auch gelebt werden, von uns allen.
Ohne jede rassistische Äußerung, ohne jede diskriminierende Haltung – geschweige denn Handlung.
Wenn sich Menschen Gruppen der extremen Rechten zuwenden oder sich menschenfeindlich äußern oder gar entsprechend handeln, dann müssen deutliche Grenzen gesetzt werden.
Das ist Aufgabe von Gesellschaft, da sind alle gefragt.